07.03.2020 Hamburg

Die diesjährigen Deutschen-Gehörlosen-Hallenmeisterschaften fanden in Hamburg statt. Bestens vorbereitete Wettkampfanlagen, aber auch ein sehr fachkundiges Publikum warteten auf die aus Gesamtdeutschland angereisten ca. 150 Teilnehmer.
Luisa Herud (JG2002), bislang noch unsere einzige Gehörlosensportlerin der Abteilung, startete aufgrund geringer Teilnehmerinnen in ihrer WU20 bei den Frauen.
Statt eines selbsterhofften Podestplatzes, durfte sie sich am Ende des Tages sogar über drei Medaillen freuen. Das beste Resultat gelang ihr in einem tollen 60-Meter-Sprint, wobei sie sich um 0,2 Zehntelsekunden auf sehr gute 8,47s steigerte. Das bedeutete Platz 2, hinter der derzeitig stärksten Gehörlosen-Sprinterin Deutschlands, Hannah Peters (GTSV Essen). Für sie stoppte die Uhr bei 8,44s. Über die 200-Meter-Strecke konnte Luisa das direkte Duell mit Hannah bis 160m auf Augenhöhe mit gestalten, aber dann wurden die Beine doch sehr schwer und am Ende belegte sie in der Gesamtabrechnung den dritten Platz. Das Podest komplettierten Delia Gaede /Düsseldorfer SV 04 (1.Platz) und Hannah Peters (2.Platz).
Leider konnte, auch aufgrund technischer Probleme mit den elektronischen Startvorrichtungen des Ampelsystems, der Wettkampfzeitplan nicht annähernd eingehalten werden. Gehörlosen-Leichtathleten müssen nicht auf einen Schuss reagieren, sondern auf eine Ampel (Anm.). So kam es zu Wettbewerbsüberschneidungen. Durch ihre bereits vielen nationalen und internationalen Erfahrungen konnte Luisa aber auch hiermit bravourös umgehen. So hatte sie noch nicht ganz die Sprintspikes ausgezogen, da ging es auch schon zum Kugelstoßen. Mit dem für sie noch sehr ungewohnten neuen Stoßgewicht von 4kg fiel es ihr recht schwer, ihre guten Trainingsansätze im Wettkampf zu bestätigen. Mit einer soliden Serie von Stößen jenseits der 7,50m Marke belegte sie mit ihrer Tagesbestweite von 7,65m hier den vierten Platz. Im abschließenden Weitsprung-Wettbewerb galt es nun, den neuen, etwas kürzeren Anlauf, aber mit höherer Geschwindigkeit, stabil bis zum Balken aufrecht zu erhalten. Jedoch wurde, auch sicher durch die sehr kurzen Atempausen nach dem 200-Meter-Lauf das erhoffte Ergebnis von 5 Metern nicht erreicht. Es fehlte am Ende doch zusehends die gewisse Spritzigkeit. Ihre Sprünge, leider ohne den Balken auch nur annähernd am Absprung getroffen zu haben, lagen allesamt um die 4,60m. Da aber auch ihre Konkurrentinnen am Balken patzten, reichten an diesem Tag für den dritten Platz 4,68m aus.
Glückwunsch, Luisa!

Siegerehrung 60m (im Bild links Luisa)

Start 200m

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